Fokale Mikrowellenablation der Prostata: Gezielte Behandlung von Prostatakrebs mit dem Ziel, gesundes Gewebe zu erhalten

Fokale Mikrowellenablation der Prostata: Gezielte Behandlung von Prostatakrebs mit dem Ziel, gesundes Gewebe zu erhalten

Gepostet 13.10.2026

Was ist die fokale Mikrowellenablation der Prostata?


Die fokale Mikrowellenablation ist ein Behandlungsverfahren, bei dem das Tumorgewebe mithilfe von Mikrowellenenergie gezielt erhitzt und zerstört wird. Ziel ist es, den vom Tumor betroffenen Bereich zu behandeln und dabei das umliegende gesunde Gewebe möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Im Gegensatz zu radikalen Behandlungsmethoden, bei denen die gesamte Prostata entfernt oder behandelt wird, konzentriert sich die fokale Therapie nur auf den betroffenen Bereich. Dadurch soll das Risiko von Nebenwirkungen reduziert werden, insbesondere im Hinblick auf die Harnkontinenz und die Erektionsfähigkeit.

Die Eignung dieses Verfahrens hängt unter anderem von der Art, Lage und Ausdehnung des Tumors sowie vom individuellen Gesundheitszustand des Patienten ab.


Wie funktioniert die MRT-/Ultraschall-Fusionsbildgebung?


Eine präzise Lokalisierung des Tumors ist für eine gezielte Behandlung besonders wichtig. Zu diesem Zweck kann die Magnetresonanztomografie (MRT) mit einer Ultraschalluntersuchung kombiniert werden.

Bei der sogenannten MRT-/Ultraschall-Fusion werden die zuvor aufgenommenen MRT-Bilder mit den Echtzeit-Ultraschallbildern zusammengeführt. Dadurch kann der Arzt den verdächtigen Bereich der Prostata genauer lokalisieren und den Eingriff gezielt planen.

Das Koelis Trinity-System unterstützt die Bildfusion und die Navigation während des Eingriffs. Dies ermöglicht eine präzise Orientierung innerhalb der Prostata und hilft dabei, den zu behandelnden Bereich gezielt anzusteuern.



Wie läuft der Eingriff ab?

Der Ablauf der Behandlung hängt von den individuellen Voraussetzungen des Patienten und dem Behandlungsplan ab. Im Allgemeinen umfasst der Prozess mehrere Schritte:

1. Diagnostische Untersuchung

Vor dem Eingriff werden die verfügbaren Untersuchungsergebnisse ausgewertet. Dazu gehören insbesondere MRT-Aufnahmen, Biopsiebefunde und weitere relevante Informationen über den Tumor.

2. Planung der Behandlung

Anhand der Untersuchungsergebnisse wird der betroffene Bereich der Prostata lokalisiert und die Behandlung geplant. Dabei wird festgelegt, welches Gewebe behandelt werden soll.

3. Durchführung der Ablation

Während des Eingriffs wird eine spezielle Sonde in den vorgesehenen Bereich eingebracht. Mithilfe von Mikrowellenenergie wird das Zielgewebe erhitzt und zerstört.

4. Nachsorge

Nach dem Eingriff erfolgen regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um den Behandlungserfolg zu beurteilen und mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.


Die genauen Abläufe, die Art der Anästhesie und die Dauer des Eingriffs werden individuell festgelegt.



Welche Vorteile bietet die fokale Behandlung?


Die fokale Mikrowellenablation kann für ausgewählte Patienten mehrere Vorteile bieten:

  • Gezielte Behandlung: Die Therapie konzentriert sich auf den betroffenen Bereich der Prostata.
  • Erhalt von gesundem Gewebe: Möglichst viel nicht betroffenes Prostatagewebe soll geschont werden.
  • Minimalinvasives Verfahren: Die Behandlung erfolgt mithilfe einer speziellen Sonde und erfordert keine vollständige Entfernung der Prostata.
  • Mögliches geringeres Risiko bestimmter Nebenwirkungen: Bei geeigneten Patienten kann die fokale Behandlung das Risiko von Beeinträchtigungen der Harnkontinenz und der Erektionsfähigkeit reduzieren.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die tatsächlichen Ergebnisse und das Risiko von Nebenwirkungen von verschiedenen individuellen Faktoren abhängen. Eine Garantie für den Erhalt der Harnkontinenz oder der Erektionsfähigkeit kann nicht gegeben werden.



Welche Risiken und Einschränkungen gibt es?


Wie bei jedem medizinischen Eingriff können auch bei der fokalen Mikrowellenablation Komplikationen auftreten.

Zu den möglichen Risiken gehören unter anderem:

  • Vorübergehende Beschwerden beim Wasserlassen
  • Harnwegsinfektionen
  • Blutungen
  • Schmerzen oder Beschwerden nach dem Eingriff
  • Vorübergehende Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung
  • Unvollständige Zerstörung des Tumorgewebes oder ein späteres Wiederauftreten der Erkrankung

Darüber hinaus eignet sich die fokale Behandlung nicht für jeden Patienten. Bei manchen Tumoren kann eine umfassendere Therapie medizinisch sinnvoller sein.

Die Entscheidung für eine Behandlung sollte daher immer nach einer sorgfältigen urologischen Untersuchung und einer individuellen Bewertung der Befunde getroffen werden.


Welche Alternativen gibt es zur Behandlung von Prostatakrebs?


Je nach Art und Risikoprofil des Tumors kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten infrage. Dazu gehören:

  • Aktive Überwachung: Regelmäßige Kontrollen bei ausgewählten Patienten mit einem Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko.
  • Radikale Prostatektomie: Operative Entfernung der Prostata.
  • Strahlentherapie: Behandlung des Tumors mithilfe ionisierender Strahlung.
  • Andere fokale Therapieverfahren: Gezielte Zerstörung des Tumorgewebes mit anderen Energiequellen, beispielsweise durch Ultraschall oder Kälte.


Welche Behandlung am besten geeignet ist, hängt unter anderem vom Tumorstadium, der Aggressivität des Tumors, der Lage der betroffenen Bereiche und den persönlichen Präferenzen des Patienten ab.



Warum ist die Nachsorge nach dem Eingriff so wichtig?

Auch nach einer erfolgreichen fokalen Behandlung ist eine regelmäßige Nachsorge unerlässlich. Da nicht die gesamte Prostata entfernt wird, muss der behandelte Bereich weiterhin kontrolliert werden. Außerdem können sich an anderen Stellen der Prostata neue Tumorherde entwickeln.


Die Nachsorge kann folgende Untersuchungen umfassen:

  • Regelmäßige Bestimmung des PSA-Wertes
  • Kontrolluntersuchungen beim Urologen
  • MRT-Untersuchungen der Prostata
  • Bei entsprechender Indikation eine erneute Biopsie


Der genaue Nachsorgeplan wird individuell festgelegt. Die regelmäßigen Kontrollen sind wichtig, um den Behandlungserfolg zu beurteilen und mögliche Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.



Ist die fokale Mikrowellenablation für Sie geeignet?

Ob die fokale Mikrowellenablation eine geeignete Behandlungsmöglichkeit darstellt, lässt sich erst nach einer individuellen medizinischen Beurteilung feststellen.

Entscheidend sind unter anderem die Lage und Ausdehnung des Tumors, die Ergebnisse der Biopsie, der PSA-Wert, die MRT-Befunde und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.

Eine ausführliche Beratung durch einen Urologen hilft dabei, die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten zu verstehen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.


In unserer Ambulanz führen wir den Eingriff mithilfe des Koelis Trinity-Systems durch, das eine präzise Bildgebung und die gezielte Navigation während des Eingriffs ermöglicht.

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